Silvester 2009/10 mit Nicole, Patrick, Kerstin und Jörg in Lalibela, das äthiopische 8. Weltwunder......
Lalibela (früher Roha) ist eine heilige Stadt und Wallfahrtsort in Äthiopien. Lalibela liegt in der vormaligen Provinz von Wollo im nördlichen Teil Äthiopiens. Der Ort liegt 2500 m über N.N. und hat 8484 Bewohner (Volkszählung 1994), die fast vollständig äthiopisch-orthodoxe Christen sind. Unser Flug dauerte ungefähr eine Stunde und wir landeten früh morgens auf dem kleinen Flughafen in der Senke des Tals.
Die Stadt wurde als Neu-Jerusalem errichtet, nachdem im ausgehenden ersten Jahrtausend die Mauren von der arabischen Halbinsel ausgehend einen religiösen Riegel zwischen Jerusalem und Äthiopien geschoben haben. Dadurch waren in den damaligen Zeiten Pilgerreisen nach Jerusalem nicht möglich, da in den nordafrikanischen Gebieten der Islam herrschte. Als Reaktion auf diese Tatsache gilt die Sage, dass Gott dem jungen Lalibela im Traum erschien und ihn bat ein zweites Jerusalem zu bauen.
Die Kirchen, jeweils aus einem einzigen Stück Fels gehauen, scheinen fast unrealistisch und mit übermenschlicher Kraft geschaffen. Felsentempel kann man auch an anderen Orten in der Welt finden, aber nur hier meißelte man nicht nur den Innenraum, sondern auch die kompletten Fassaden mit allen detailierten Öffnungen aus dem weichen Stein, der unter Sauerstoffeinfluss kompolett aushärtet. Eine Theorie verfolgt sogar den Gedanken, dass die Kirchen eigentlich nur Zweck zum Mittel waren, um an die Wasserreserven der Umgebung vor zu stossen, die sich genau an den tiefsten Punkten der Kirchen befinden. Denn wie sollte Lalibela ohne Wasser eine Stadt im Hochland von Äthiopien errichten?
Die Kirchen in Lalibela werden als das am wenigsten bekannte achte Weltwunder bezeichnet und sie verdienen diese Bezeichnung voll und ganz. In den Jahrhunderten nach dem Untergang des axumitischen Reiches verlor Lalibela allmählich an Bedeutung und die Stadt ist heutzutage ein kleines Dorf. Für Uneingeweihte ist dieser am Fuß des Berges Abuna Yosef gelegene Ort praktisch unsichtbar. Erst wenn man den Felsenkirchen sehr nahe kommt, kann man ihre Ungewöhnlichkeit erkennen und wertschätzen. Eine der faszinierensten Kirchen ist die des Heiligen Georg (Beta-Giyorgis) in charakteristischer griechischer Kreuzform. Am Dach ist sogar eine Fischform zu erkennen, eine frühe Symbolik des Christentums. König Lalibela beschäftigte bei der Errichtung der Kirche wohl mehr als 40000 Arbeiter. Ihr Architekt – Sidi Meskel – wurde nach der Überlieferung aus dem weit entfernten Indien geholt. Einer Legende arbeiteten die Menschen tagsüber, während in der Nacht ihr Werk durch Engel mit doppelter Kraft fortgeführt wurde.
Wahrscheinlich wurde insgesamt 100 Jahre an der Anlage gebaut. In dieser Zeit blühte der christliche Glaube in Äthiopien. Heute zählen diese Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Lalibela hat eine lange christliche Tradition der äthiopisch-orthodoxen Kirche und ist ein Pilgerort für viele Christen, nicht nur aus Äthiopien. Die Gebäude zählen zu den größten von Menschen geschaffenen monolithischen Strukturen der Welt und dienen heute noch immer ihrem ursprünglichen Zweck, was den Reiz dieser Stätte ausmacht. Um Lalibela herum entstand im 12. Jahrhundert das Königreich Äthiopien nach dem Zusammenbruch des Reichs von Axum.
PS: Danke für die Bildrechte von Nicole und Patrick :-)










